Filmfestival Marguerite Duras

Filmfestival Marguerite Duras

Drama / Romantik , FSK16
Frankreich 1943 / 120min.



Handlung

Veranstaltung im Kinosaal, Eintritt: EUR 8,-

Die französische Kultur kennt nur wenige Künstler, die als Filmschaffende von ebenso großer Bedeutung sind wie als Literaten. Eine davon (und vielleicht die bedeutendste) ist Marguerite Duras (1914–96). Lange blieb Duras Tätigkeit als Regisseurin ein Geheimnis: Man wusste zwar, dass Duras Filme machte – in den 1970ern, ihrer Hauptschaffensphase, fast jedes Jahr einen –, doch nur wenige hatten diese Werke gesehen. Dabei war Duras zuvor schon in zentraler Funktion an einigen kanonischen bzw. vieldiskutierten Filmen beteiligt gewesen; und auch in ihren Romanen spielte das Kino eine bedeutende Rolle: als Sehnsuchtsort, dessen „künstliche und demokratische Nacht“ reale Kräfte der Befreiung entfaltete.

Am 23. und 24. Juli, sowie am 26. Juli werden im Rahmen des Filmfestivals Duras Werke ausgestellt und einige bedeutende Filme der französischen Literatin gespielt

Zusatzinfos

Marguerite Duras, eigentlich Marguerite Donnadieu, wurde in Giadinh (Vietnam) am 4.4.1914 im Zeichen des Widders geboren. Sie studierte Jura, Staatswissenschaften und Mathematik. Im Zweiten Weltkrieg war sie Mitglied der Resistance, ihr Ehemann Robert Antelme, wurde in ein deutsches Konzentrationslager deportiert. Nach dem Krieg arbeitete sie als Journalistin. Die Schriftstellerin und Regisseurin gilt als eine der Hauptvertreterinnen des Nouveau Roman ("Moderato Cantabile", 1958). Marguerite Duras schrieb zahlreiche Dramen und Drehbücher ("Hiroshima mon Amour", 1959) und führte Regie u. a. in den Filmen "Zerstören, sagt sie" (1969) und "Indiasong" (1975). Weitere Romane: Der Liebhaber (1984), Emily L. (1987).
Marguerite Duras starb am 3.3.1996 in Paris.

Marguerite Duras gilt als eine der wichtigsten französischen Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Eines der zentralen Themen ihrer Arbeit ist die Sackgasse der Liebe, die Bedeutung der fatalen Begegnung zweier Menschen.

Marguerite Duras, von manchen als größte französische Schriftstellerin des 20. Jahrhunderts bezeichnet, litt zu Beginn der 80er Jahre unter einer massiven Schreibblockade, die sich löst, als sie auf den jungen Studenten Yann Andréa trifft. Der Philosophiestudent Yann Andréa ist 30 Jahre jünger als Marguerite Duras und ein großer Bewunderer ihrer Texte, die eine magische Sogwirkung auf ihn ausüben, ihn in ihren Bann ziehen. Zum ersten Mal liest er mit Anfang zwanzig einen Roman der Duras und verliebt sich dabei unsterblich in ihr Wort. Nach dieser ihn verzaubernden Lektüre gibt Yann Andréa alles auf. Kant, Hegel, Spinoza, Stendhal, Marcuse. Er liest fortan nur noch Bücher der Duras. Alles Lesbare, was er von ihr finden kann.

Zukünftig schreibt er der angebeteten Schriftstellerin täglich Briefe. Briefe, auf die er keine Antwort bekommt. Fünf obsessive Jahre lang. Als er endlich aufgibt, meldet sie sich bei ihm und lädt ihn zu sich ein. Der Philosophiestudent sucht Marguerite Duras in der Normandie auf, wo sie einsam und allein lebt, dem Alkohol verfallen und in ihrem Schaffen blockiert. Mitten im Sommer steht der junge, schüchterne Student im dunklen Flanellanzug vor der über 60-jährigen Schriftstellerin. Sie weist ihn zurecht, weil er nicht die Klingel benutzt hat, macht ironische Bemerkungen über seinen Anzug. Was nun folgt, ist die unmögliche Geschichte einer utopischen Liebe. Alles spricht dagegen, wirklich alles, aber es hilft nichts. Yann Andréa zieht bei Marguerite Duras ein. Er wird für sie Muse, Sekretär, Geliebter und Pfleger. Anschließend leben die beiden ein ewiges Spiel, in dem es um intensive Nähe und Distanz geht, da die Duras die plötzliche Nähe und Intensität nicht ertragen kann. So setzt sie ihren jungen Liebhaber nach besonders tiefen Momenten vor die Tür, um ihn bald danach wieder bei sich aufzunehmen.

Das Wesentliche an dieser Lebensgeschichte: Yann Andréa hilft Marguerite Duras, die hartnäckige Schreibblockade, gegen die sie seit Jahren kämpft, zu überwinden. Obwohl die Schriftstellerin von Krisen, Ambivalenzen, Zweifeln und schmerzlichen Rückfällen in die Alkoholabhängigkeit heimgesucht wird, inspiriert sie ihr junger Geliebter dennoch zu einem ihrer größten Erfolge, „Der Liebhaber“. Obwohl sie immer geglaubt hat, dass die absolute Einsamkeit notwendig sei für den kreativen Prozess des Schreibens, sieht sie nun, dass es nicht unbedingt so sein muss. Yann Andréa und Marguerite Duras werden 16 Jahre nach ihrer ersten Begegnung durch den Tod der Schriftstellerin im März 1996 getrennt.

 

Quelle: versalia.de

Filmdetails

Regie: k.A.
Farbe: Schwarzweiss 

Tickets

www.lisafilm.at/retrospektivetickets/

Eintrittspreise

Standard: Euro 8,00
Freiluft: Eintritt frei

Bei Überlänge bzw. Filmen mit Live-Musikbegleitung oder Kabarett-Veranstaltungen sind Abweichungen von den Standardpreisen möglich.