Ai Weiwei: Never Sorry

Dokumentarfilm/Porträt/Biopic , FSK
USA 2012 / 90min.



Handlung

Ai Weiwei ist der prominenteste chinesische Gegenwartskünstler und scharfer Regimekritiker. Er ist Teil der internationalen Kunstszene und inspiriert seine Anhänger in aller Welt. Im April 2011 verschwindet Ai Weiwei spurlos
– niemand weiß, wohin. Weltweit regt sich Protest, die Menschen setzen sich für ihn ein. Nach drei Monaten taucht er plötzlich wieder auf, seitdem steht er unter politischem Hausarrest. Die junge Regisseurin Alison Klayman hat Ai Weiwei drei Jahre lang begleitet. Sie hat mit langjährigen Wegbegleitern gesprochen, mit Künstlern und Autoren, aber auch sehr persönliche Gespräche zwischen Ai Weiwei und seiner Mutter Gao Ying aufgezeichnet und zeigt ihn auch als Vater eines dreijährigen Sohnes. Ihr Porträt ermöglicht einen einzigartigen Einblick in Ai Weiweis Persönlichkeit, sein Privatleben und sein Schaffen – eine differenzierte Beschreibung des heutigen Chinas zwischen Willkür und Widerstand und das Abbild eines Künstlers, für den Kunst und Freiheit untrennbar miteinander verbunden sind. Im Streben für diese Freiheit wird Ai Weiwei nie aufhören, seine Gegner zu provozieren. Er fragt nach, wo andere schweigen – ungeachtet der Konsequenzen.

Zusatzinfos

Ai Wei Wei ist einer der bekanntesten Künstler Chinas. Er ist Maler, Fotograf, Galerist, Organisator von Ausstellungen (Kassel, München, London, Tokio, Bern, Berlin usw.), Architekt, Verleger, Sammler und noch vieles andere mehr. Vor allem kommuniziert er mit der Welt über das Internet, und das hat mit seinem Drang nach Freiheit und Gerechtigkeit zu tun. Zehn Jahre lebte er als junger Mensch in New York, und nun sagt er selbst, wer einmal die Freiheit genossen habe, könne auf sie nicht mehr verzichten. Die Freiheit aber ist in seinem Land, in China, sehr eingeschränkt.
»Ihr löscht andauernd meine Beiträge, also stelle ich sie einfach erneut ins Netz. Worte kann man löschen, aber Fakten bleiben bestehen.« Schon sein Vater war ein bedeutender Dichter, litt zu Maos Zeiten unter Verfolgung. Historische Aufnahmen davon, wie der Vater von propagandistisch aufgepeitschten Kindern in aller Öffentlichkeit beschimpft und gedemütigt wird, gehören zu den erschütterndsten Bildern der Dokumentation.
Heute geht es Ai Wei Wei nicht anders. Allerdings hat er eine riesige Gemeinde von Bewunderern, deshalb geht das kommunistische Regime etwas vorsichtiger mit ihm um. Eine seiner spektakulärsten Initiativen: Nach dem großen Erdbeben in der Provinz Sichuan veröffentlichte er die Namen von über 5000 Kindern, die umgekommen waren. (In Wirklichkeit waren es noch mehr.) Sie starben, weil sie in billig gebauten Schulen untergebracht waren, die dem gewaltigen Druck nicht standhielten. Schuldig: die Behörden des Landes. So wurde er zum starken Kämpfer für Freiheit und Demokratie, einer der mächtigsten Kritiker des Regimes in seinem Land. Deshalb wird er geschlagen, kommt regelmäßig ins Gefängnis, erhält Sprechverbot, bekommt hohe Steuerbescheide und andere Schikanen mehr. Aber er lässt sich nicht unterkriegen. »Dieses Land verschwendet die Hälfte seiner Energie darauf, die Menschen daran zu hindern, an Informationen zu kommen oder miteinander zu kommunizieren. Die andere Hälfte der Energie verschwendet es darauf, diejenigen von uns ins Gefängnis zu stecken, die Zugang zu Informationen haben und versuchen, diese weiterzugeben« (Ai Weiwei, April 2010). «Der Film dauert neunzig Minuten, und keine einzige davon ist langweilig. « (Berliner Zeitung, Juni 2012)

Filmdetails

Regie: Alison Klayman
Sprache: Nur in der englischen Fassung verfügbar
Farbe: Farbe 

Tickets

www.lisafilm.at/retrospektivetickets/

Eintrittspreise

Standard: Euro 8,00
Freiluft: Eintritt frei

Bei Überlänge bzw. Filmen mit Live-Musikbegleitung oder Kabarett-Veranstaltungen sind Abweichungen von den Standardpreisen möglich.